22.04.2010, 18:00

20 Jahre juridikum - die Feier

Podiumsdiskussion "Bewegungen im Recht. Was kann kritische Rechtswissenschaft und Rechtspraxis heute leisten?"

Am 20. April 2010 feiert das juridikum sein 20-jähriges Bestehen im Dachgeschoss der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Wien. Kernstück des Abends, ganz klassisch: Eine Podiumsdiskussion. Thema: "Bewegungen im Recht. Was kann kritische Rechtswissenschaft und Rechtspraxis heute leisten?" Die DiskutantInnen: Elisabeth Holzleithner, Doris Einwallner, Sonja Buckel, Nikolaus Dimmel. Moderation: Lukas Oberndorfer.

Dabei passierte wohl das Schönste, was einem als Mitglied der juridikum-Redaktion an solch einem Abend passieren kann: Es wurden am Podium und gemeinsam mit dem Publikum - mehr oder weniger unbeabsichtigt - jene Fragen und Spannungsverhältnisse verhandelt, denen sich auch die juridikum-Redaktion laufend stellt (und vielleicht noch intensiver als bisher stellen sollte). [...]

Ist Recht als emanzipatorisches Werkzeug geeignet? Ist Recht ein bloßes Herrschaftsinstrument? Sollen sich soziale Bewegungen des Rechts bedienen oder wird ihre widerständige Kraft dabei aufgerieben? Diese großen Fragen, die in interessierten Kreisen (noch) immer eine gewisse Faszination ausüben, weil sie zu stellen bereits eine Anerkennung der Zwiespältigkeit des Rechtsdiskurses bedeutet, scheinen in dieser Allgemeinheit keine Schwierigkeit (mehr?) zu bereiten. Am Podium herrschte große Einhelligkeit: Der Rechtsdiskurs ist eine Ressource, die für emanzipatorische Kämpfe (beispielsweise von Frauen, ethnischen Minderheiten, ökonomisch Marginalisierten etc.) fruchtbar gemacht werden kann. Gleichzeitig lassen sich die Fallstricke rechtsimmanenter Strategien, nämlich dass ein Sich-Bewegen im Recht Prämissen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Ordnung mitunter sogar festschreibt, nicht leugnen.

Auszug aus dem Artikel "Bruchlinien. Oder: Mit dem juridikum, gegen das juridikum, aber immer für das juridikum. Ein schneller Essay." von Ines Rössel, erschienen in der juridikum Ausgabe Nr. 2/2010, "Haft!".

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